Einrichtung Terrarium

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Fertig eingerichtetes Terrarium für Oophaga Pumilio

Als Basis dient ein Terrarium in den Maßen 50 cm x 50 cm x 50 cm, welches ich aus 4 mm Glas gefertigt habe. Es verfügt über einen doppelten Boden und Bohrungen für Abfluss und Beregnung. Zur leichteren Einrichtung fehlen die Deckenscheiben noch, sie werden erst zum Schluss verklebt.

50er Würfel mit schräger Bodenplatte und Bohrung für den Abfluß

Bevor man mit der Einrichtung beginnt, sollte man sich einige Gedanken machen. Welche Art soll in dem Terrarium gepflegt werden? Welche Stellen werden von der Beregnung erreicht, wo bilden sich trockenere Bereiche, wo bringe ich welche Pflanzen an? Wenn eine grobe Planung steht, kann mit der Einrichtung begonnen werden. Der hier gezeigte Aufbau ist für die Haltung von Oophaga Pumilio gedacht.

In diesem Beispiel habe ich mich für die Wände für eine Kombination aus Xaxim und einer Gestaltung mittels Styropor entschieden. Die Beschichtung wird mit einem 2K-PU Kleber erfolgen. Lianen sollen den Tieren diverse Klettermöglichkeiten bieten. Im oberen und mittleren Bereich sollen mehrere Sitzgelegenheiten entstehen. Befestigungsmöglichkeiten für die Bromelien werden ebenfalls im mittleren Bereich angebracht.

Als erstes werden die Xaxim Platten auf die gewünschte Größe geschnitten und mit Silikon an den gewünschten Stellen verklebt. Die Sitzgelegenheiten bestehen aus Endstücken der Xaxim Platten, sowie aus einem schräg zersägten Xaxim Stamm.

Xaxim und Sitzgelegenheiten sind im oberen Bereich eingeklebt

Als nächstes wird im hintern Bereich mittels Styropor ein kleiner Hügel gestaltet.

Die Seitenwände werden jetzt grob mit Styropor beklebt. Verbleibende Zwischenräume werden später mit Bauschaum geschlossen.

Bodenaufbau und Seitenwände wurden grob mit Styropor verkleidet

Kleine Styropor Stücke werden als Sitzgelegenheiten auf mehreren Ebenen angebracht. Lianen sollen später quer durch das Terrarium laufen. Sie eignen sich auch sehr gut als Verbindung zwischen den einzelnen Terrassen. Bereits jetzt sollte jedoch bedacht werden, dass die Lianen nicht im Sprühkegel der Beregnungsanlage verlaufen. Die Terrassen sollten also gut überlegt platziert werden. Die Lianen klemme ich nach der Beschichtung einfach zwischen die Vorsprünge. So kann ich sie leicht entfernen, um einen besseren Zugang zum Terrarium zu bekommen. Auch der Austausch einzelner Lianen macht so keine komplett neue Einrichtung erforderlich.

Nachdem der grobe Ausbau fertig ist, werden alle Lücken und Verbindungen mit Bauschaum verschlossen.

Lücken und Ritzen wurden mit Bauschaum verschlossen

Dieser eignet sich auch sehr gut, um weitere Strukturen wie z. B. unter der Erde verlaufende Wurzeln zu modellieren.

Struktur einer Wurzel, die nach der Beschichtung unter der Erde verläuft

Sehr feine Strukturen werden jedoch durch die Beschichtung überdeckt, sodass man ruhig etwas gröber arbeiten kann. Mit Hilfe eines Feuerzeugs kann eine grobe Struktur in das Styropor eingebracht werden. Zur besseren Aushärtung wird das komplette Terrarium mit Wasser aus einem Handsprüher befeuchtet. Wenn der Schaum oberflächlich gehärtet ist, kann er mit feuchten Händen noch grob in Form gebracht werden. Nach einigen Stunden sollte erneut besprüht werden, damit der Schaum auch im Inneren richtig austrocknet. Das Terrarium sollte jetzt 24 Stunden trocknen.

Das Styropor wurde mittels Feuerzeug strukturiert, der Bauschaum zur besseren Aushärtung angefeuchtet

Wenn der Schaum soweit ausgehärtet ist, kann mit der Feinarbeit und der Struktur der Wände begonnen werden. Als erstes werden alle unnatürlichen Ecken mit einem Teppichmesser oder einer Rasierklinge grob abgeschnitten. Überstehender Bauschaum wird so ebenfalls entfernt. Mit einem Feuerzeug lässt sich eine schöne Struktur in das Styropor einarbeiten, unnatürlich wirkende Kanten können so auch geglättet werden. Danach wird der Bauschaum erneut mit Wasser besprüht und für weitere 24 Stunden trocknen gelassen.

Am nächsten Tag klebt man die Bodenplatte, die Gaze, die E-Profile sowie die oberen Kanten der Seitenscheiben mit Klebeband ab. Bevor der 2K-PU Kleber für die Beschichtung angerührt wird, sollte man sich alle benötigten Werkzeuge und Materialien bereit legen. Benötigt werden:

  • Einweghandschuhe
  • Pinsel (den Stiel schneide ich auf eine Länge von ca. 15 cm, was die Arbeit in den Ecken erleichtert)
  • Trockene Mischung aus Kokoshumus und Torf

Mit nicht verwendetem Kleber beschichte ich im Anschluss noch einige Filmdosen. Auch diese lege ich vor Beginn der Beschichtung bereit.

Jetzt kann der 2K-PU Kleber angerührt werden. Dazu verrührt man beide Komponenten im angegebenen Verhältnis mit einer Bohrmaschine mit Quirl Aufsatz für ca. eine Minute. Es ist wichtig, dass beide Komponenten gut vermischt werden, unbedingt auch an die unteren Bereiche im Becher denken! Von jetzt an hat man ca. 45 Minuten Zeit, den Kleber zu verarbeiten. Es sollten unbedingt Einweghandschuhe verwendet werden!

Die Beschichtung erfolgt von unten nach oben. Man streicht erst ca. 1/3 der Wände ein und drückt dann die Mischung aus Humus / Torf gut an. So arbeitet man sich in drei Schritten bis an den oberen Rand. Wenn alle Stellen beschichtet wurden, lässt man den Kleber für 24 Stunden aushärten. Die Klebebänder sollten bereits jetzt entfernt werden, da dies nach Aushärtung des Klebers nur schwer möglich ist!

Der untere Teil wurde bereits mit Kleber bestrichen. Die blaue Klebefolie schützt das restliche Terrarium, sowie Gaze und E-Profile.

Mit den Resten des Klebers bestreiche ich noch einige Filmdosen, rolle sie durch die restliche Humus Mischung und drücke diese gut an.

Filmdosen mit Kleber bestrichen und im Substrat gewälzt

Einen Tip zur Befestigung der Filmdosen im Terrarium ist unter „Halterung   von Filmdosen” im Menü „Tips” zu finden.

Fertig beschichtet. Die Folie sofort abziehen, damit sie nicht dauerhaft verklebt wird!

Nachdem die Beschichtung getrocknet ist, kann das überschüssige Substrat mit einem Handfeger entfernt werden. Zusätzlich sollten die Wände noch mit einem Staubsauger (wenn möglich mit einem Industriestaubsauger) gereinigt werden, da die lose Erde an den späteren Bewohnern haften bleiben kann.

Die Rückwand

Jetzt können die restlichen Einrichtungsgegenstände eingebracht werden. Bevor ich jedoch Bromelien, Ranken und einen Xaxim Stamm einsetze, impfe ich die Wände im Bereich der Beregungsanlage mit zerkleinertem Javamoos und Wasser an.

Die aus Bauschaum modellierte Wurzel nach der Beschichtung (oben links im Bild). Die deutliche Struktur ist nach der Beschichtung nur noch schwach zu erkennen.

Die Lianen werden einfach zwischen die Terrassen gesteckt. Im Zweifel können sie zusätzlich noch mit Krampen an den Wänden befestigt werden.

Die Lianen sind zwischen den Wänden festgesteckt, sodass sie bei Bedarf schnell entfernt werden können.

Bromelien werden ebenfalls mit Krampen aus Edelstahl, welche ich aus Schweißdraht biege, an den Wänden befestigt. Der ausgehärtete Kleber hat eine Konsistenz wie ein Überzug aus festem Kunststoff. Um die Krampen besser anbringen zu können, kneife ich die Enden mit einer Zange schräg ab, sodass eine Spitze entsteht. Die beschichteten Filmdosen werden in unterschiedlichen Höhen angebracht.

Fertig zum Bepflanzen

Eine dicke Laubschicht rundet die Einrichtung des Terrariums ab. Jetzt können auch die Deckenscheiben und die obere Lüftung eingeklebt werden. Für die Beregnung werden 2 Doppeldüsen (Fog) installiert.

Zu Beginn wirkt die Einrichtung etwas spärlich. Durch eine üppigere Bepflanzung würde das Terrarium jedoch nach kurzer Zeit bereits komplett zuwuchern, sodass man die späteren Bewohner ständig durch das Rückschneiden der Pflanzen stören müsste. Anfangs sollte vermehrt beregnet werden, damit die Pflanzen anwachsen können. Auf dem Bild am Anfang ist das Terrarium daher sehr feucht. Im Laufe der Zeit schraube ich die Beregnung dann auf ein normales Maß zurück.

Nach einer Einlaufphase von mehreren Wochen kann das Terrarium besetzt werden.

Als Bezugsquelle für den 2K-PU Kleber (bereits braun eingefärbt), das Beschichtungsmaterial, die verwendeten Düsen (die kleinste Bauart, die ich bislang gefunden habe) und alle benötigten Materialien für den Selbstbau kann ich den Dendroshop empfehlen, der auch über diesen Link zu erreichen ist.

Weiteres Beispiel für diese Methode, hier ein Aufzuchtterrarium in 40 cm x 60 cm x 45 cm (B/T/H)



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